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Wien Juli 2014 XVI

Anfangs dieses Monates haben Valerio und ich, zusammen mit meinen Eltern die  österreichische Hauptstadt Wien besucht. Und wie immer, wenn wir vier unterwegs sind, spielt das Essen eine wichtige Rolle. So haben wir uns, ausgerüstet mit vielen Insidertipps von becauseyouarehungry, einem tollen Foodblog aus Wien, und der kulinarischen Spürnase meiner Mutter, in die Welt der Wiener Restaurants und Imbissbuden gestürzt. Hier erzählen wir nun von unseren Eindrücken:

Kim kocht

Wien Juli 2014 I

Fangen wir doch gleich mal mit dem absoluten Highlight unseres Trips an: Dem Besuch bei Sohyi Kim in ihrem kleinen „Kim kocht Shop & Studio“ am Naschmarkt im 6. Bezirk. Das Studio selbst ist nur ca. 50m2 gross. Küche, einen grosse Esstisch und sogar ein kleiner Laden alles in einem. Im Sommer kann man sich aber auch draussen mitten in die Allee des Naschmarktes hinsetzten. Wir haben uns für den grossen Esstisch entschieden, um auch den Köchen und Kim selbst beim Zubereiten der Gerichte zu beobachten. Das Essen ist eine moderne Fusion aus der koranischen Küche – denn Kim selbst kommt aus Korea – mit vielen westlichen und sogar orientalischen Einflüssen. Die Gerichte sind einfach zubereitet, frisch und voller Geschmack. Zu viert haben wir uns durch das leckere Menu probiert, zu den Highlights gehörten dabei das Wolfsbarschcarpaccio mit Szechuanpfeffer-Öl als Vorspeise und das geschmorte Zitronenhuhn mit Wasabicreme-Limetten-Minz-Couscous. Wer anschliessend von Kim nicht mehr genug kriegen kann, hat die Möglichkeit im Shop nochmals zuzuschlagen. Dort finden sich ihre Kochbücher und unzählige verschiedene Gewürzsalze, damit auch zuhause die Fusionküche gelingt.

Wien Juli 2014 II

 

Mochi

Wien Juli 2014 III

Wenn es um Sushi geht, ist das Mochi in Wien schon lange kein Geheimtipp mehr. So war es auch nicht weiter überraschend, dass wir am Samstagnachmittag um 14 Uhr ein volles Restaurant vorgefunden haben. Glücklicherweise wurde dann aber gleich ein gemütliches Plätzchen auf dem Vorplatz frei, wo wir uns sogleich glücklich niederliessen. Das Menu listet eine Reihe von spannenden Gerichten mit komplizierten Namen, die aber alle ganz lecker klingen. Bestellt haben wir einfachhalber das „Mochi for two“, bestehend aus einer Platte Sashimi, einer Platte Nigiri und natürlich einer Platte Sushirollen, im kalifornischen Stil, für die das Restaurant so bekannt ist. Und wir wurden nicht enttäuscht: Der Reis war absolut auf den Punkt gebracht, der Fisch super frisch und den Yuzu-Drink dazu herrlich erfrischend. Zum Abschluss gönnten wir uns dann auch noch ein Schokoladenmousse, serviert mit einer tollen Himbeersause und einem Schokoladen-Crumble. Ein wirklich gelungener Lunch! Sollten wir aber jemals wieder das Mochi in Wien aufsuchen, werden wir aber etwas abenteuerfreudiger sein und uns nicht von den exotischen Namen der Gerichte abschrecken lassen. Von unserem kleinen Tischchen aus, konnten wir nämlich mit all den anderen tollen Gerichte liebäugeln, die die Küche sonst noch verlassen haben und waren fast ein bisschen neidisch.

Wien Juli 2014 IV

 

Bitzinger Imbiss

Wien Juli 2014 V

Imbissbuden und Wurststände gibt es in Wien beinahe so viele wie Dönerbuden hier bei uns in Zürich. Wenn man da den Titel als bester Imbiss in der Stadt erhält, kann man durchaus ein bisschen stolz sein. Und genau dies ist dem Bitzinger-Imbiss vor dem Albertina gelungen und genau dorthin sind wir eines Abends nach einem aufregendem Fussballabend (ja die WM lief ja auch noch) hingepilgert. Als Wurstlaien waren wir im ersten Augenblick zwar von der grossen Auswahl etwas überfordert, haben uns dann aber blind je für eine Wurst entschieden. Dazu werden etwas Brot, scharfe Pfefferschoten und viel, viel Senf gereicht. Ein Bier gehört natürlich auch dazu. Die Würstel waren alle sehr lecker, die Pfefferschoten haben mir ziemlich den Mund verbrannt (aber für das ist ja das Bier und das Brot da) und die restlichen Gäste, die sich um den Imbiss scharten, waren sehr unterhaltsam. Nach einem langen, anstrengenden Tag genau das Richtige um nochmals etwas Energie zu tanken um sich auf den Heimweg zu machen.

Wien Juli 2014 VI

 

Eis Greissler

Wien Juli 2014 VII

Die etwas andere Eisdiele der Stadt findet man an der Mariahilferstrasse, eingepackt zwischen H&M, Zara und Co. Hier wird das Eis frisch hergestellt aus erstklassiger Milch aus dem biologischen Betrieb der Familie Blochberger. Neben den klassischen Eisvarianten, verstecken sich aber auch ein paar ganz leckere Exoten: Bei unserem ersten Besuch gabs für mich ein Eis aus Ziegenkäse (super lecker, leicht säuerlich) und beim zweiten Besuch meinen absoluten Favorit mit Kürbiskernenöl (wunderbar erdig und sahnig). Und auch Veganer kommen hier auf den Geschmack, wird doch ein grosses Angebot an veganischen Eissorten angeboten. Besonders bemerkenswert: Neben der Biomilch und den frischen Zutaten, finden sich keinerlei künstliche Aromen, Zusatzstoffe und Farbstoffe im Eis.

Wien Juli 2014 VIII

 

Schöne Perle 

Was?! Kein Wienerschnitzel? Doch doch, natürlich gab es am letzten Tag vor unserer Abreise auch noch ein echtes Schnitzel und zwar in der „schöne Perle“ im 2. Bezirk. Das Restaurant ist ganz einfach gehalten, mit einem grossen Aussensitzplatz und guter Hausmannskost, ohne grosses Drumherum.


Aber natürlich gibt es in Wien nicht nur leckeres Essen. Und wer so viel isst, sollt sich auch genügend bewegen. So haben wir die Stadt mehrmals zu Fuss und auch auf dem Fahrrad (die man übrigens an diversen Standorten für wenig Geld mieten kann) durchquert. Folgende Sehenswürdigkeiten können wir Euch deshalb ebenfalls empfehlen.

Naschmarkt (6. Bezirk)

Wien Juli 2014 IX

Ein Paradies für alle Foodies. Reihe an Reihe gliedern sich hier gemütliche Restaurants, Läden bis an die Decke gefüllt mit frischen Lebensmittel und kleine Kramladen. Für die typische Marktstimmung sorgen die unzähligen Händler, die ihre Waren den vorbeiziehenden Touristen anpreisen. Hie und da lohnt es sich auch tatsächlich einen kleinen Zwischenstopp einzuhalten. Zum Beispiel bei dem freundlichen, jungen Herrn, der sein Wienerbier verkauft (zugegeben der Preis ist etwas hoch), oder dem türkischen Gewürzhändler, der Gewürze aus jeder Ecke der Welt in seinem Sortiment zu haben scheint.

Wien Juli 2014 X

Wien Juli 2014 XI

 

Schönbrunn oder doch lieber Belvedere?

Wien Juli 2014 XII

Wenn man so Glück hat mit dem Wetter wie wir, sollte man sich umbedingt einen der beiden grössten Schlossparks Wiens anschauen (oder sogar beide?). Belvedere, dass im 18. Jahrhundert für Prinz Eugen erbaut wurde, haben wir im Rahmen unserer morgendlichen Joggingrunde besucht. Für den Besuch des Schloss Schönbrunns, welches bereits ein Jahrhundert zuvor entstanden ist, haben wir uns hingegen aber einen halben Tag Zeit genommen. Bei beiden Parks lässt sich unschwer erkennen, dass es sich nicht nur um ein klug angelegtes Naherholungsgebiet für die Hofgemeinschaft, sondern auch um eine klare Demonstration des Reichtums und auch der Macht handelte. Wobei das Schönbrunn aufgrund seiner gigantischen Fläche und dem riesigen Schloss eindeutig als Sieger vom Platz geht. So beinhaltet der Park nicht nur viel Grün, einen imposanten Brunnen und eine hübsche Gloriette auf dem Hügel, sondern auch noch einen eigenen Tierpark und den berühmten Irrgarten, wo sich schon im 17. Jahrhundert die Hofdamen und -herren im Schatten getroffen haben.

Uns hingegen hat aber das etwas bescheidenere Belvedere doch besser gefallen. Auch hier findet sich mitten im Gelände ein toller Brunnen, das Schloss zeigt sich insgesamt etwas verschnörkelter und Touristen hat es hier etwas weniger (aber eben nur etwas).

Wien Juli 2014 XIII

 

Friseur Stufenschnitt

Wien Juli 2014 XIV

Zum Schluss noch zum eigentlichen Grund, wieso wir in Wien waren. Mein Vater ist nämlich Künstler und hat nun die Gelegenheit erhalten, in diesem tollen Friseursalon bei Stefan – dem Eigentümer – eine kleine Auswahl seiner Drucke zu präsentieren. Stefan lädt alle drei Monate einen neuen Künstler ein, seine Werke bei ihm aufzuhängen und bei Gelegenheit sogar an seine Kunden zu verkaufen. Dadurch erhält der Salon alle drei Monate einen völligen neuen Look, genau wie Stefans Kunden (hihi). Bis September findet man nun dort also die Bilder meines Vaters. Wer also bis dahin in Wien sein sollte, sollte umbedingt mal bei Stefan auf einen neuen Haarschnitt und etwas Kunst vorbeischauen.

Wien Juli 2014 XV

– Laura –

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